Wurtenkees – Primärgold in luftiger Höhe!

Wie ihr schon mitbekommen habt, waren wir in den Tauern am Wurtenkees unterwegs.

Die Expedition war keine spontane, sondern schon lange und genau geplant. Die ersten Vorbereitungen liefen schon Ende Februar an, in dem wir alle möglichen Informationen über unser Zielgebiet zusammen trugen.
Egal ob aus Büchern, dem Internet oder Erzählungen. Nachdem das geschehen war machten wir uns selbst daran noch mehr Infos über den Berg und sein Gold zusammeln. Dazu wurden Geokarten studiert, Schummerungen erstellt und aktuelle Satellitenbilder mit Hilfe von Remote Sensing ausgewertet.
Nun waren wir so weit theoretisch fit, daher hieß es sich auch körperlich darauf vorzubereiten. Denn letztes Jahr kam ich leider zu schnell an meine körperlichen Grenzen. Deshalb wurde heuer jede Gelegenheit genutzt sich sportlich zu betätigen, egal ob Radfahren, Schwimmen oder Wanderen. Nicht das ich so nicht fit sei, aber auf 3000m beträgt die Sauerstoffversorgung nur noch 71% als wie Normal, dazu kommt noch der Schlafmangel durch das Biwakieren am Berg und der schwere Rucksack mit der Ausrüstung und der Verpflegung. Somit kann man schon mal schnell an seine Grenzen kommen, aber nicht heuer!
Wir waren Top vorbereitet, die Ausrüstung auf ein Minimum reduziert, da jedes Kilogramm zählt und haben genau gewusst was da auf uns zu kommt.

So nun genug getratscht jetzt geht es los!
Freitag zu Mittag waren wir endlich oben am Berg auf knapp 2900m. Das Wetter war ideal, leicht bewölkt bei ca. 8 Grad Celsius.

Erst mal rüber zum Gletscher und mal sehen was er Neues ausgespuckt hatte.

Tapfere Recken am Aufstieg, neben einem Eisloch
Wurtenkees


Wir fanden paar kleine Klüfte, die paar nette Bergkristalle enthielten aber kein Gold. Dafür passte auch nicht die Ausrichtung der Quarzadern und ihre Entstehungstemperatur was man Anhand der Begleitmineralien sehen konnte.
Um an die Goldfundstellen zu gelangen mussten wir paar Meter absteigen und am Gletscher vorbei. Dabei pausierten wir auch beim Gletschertor und waschten paar Pfannen, doch es wollte sich kein Freigold zeigen. Anscheinen waren wir zu nahe an der Primärquelle dran.(Dafür viel uns ein interessantes Verhalten des Geschiebes beim Abschmelzen auf, wenn dieses Verhalten sich bei anderen Gletschern auch finden lässt kann uns das beim auffinden von natürlichen Goldfallen mittels Glazialmorphologie weiter helfen.) Egal, also weiter und Quarzbänder suchen. Dabei fanden wir eine Stelle die riesige Pyritstufen enthielt. Einige hatten die Größe von 5*5*5cm – leider liesen sie sich nicht aus dem Muttergestein befreien und somit blieb nur ein Errinnerungsfoto.

Pyritwürfel in ansehnlicher Größe


Mittlerweile war es schon spät am Nachmittag und wir suchten uns einen schönen Platz zum Biwakieren, dabei kamen wir noch an einer bekannten Fundstelle vorbei, aber die wurde schon ordenlich bearbeitet von unseren Vorgängern und ein großer Stein liegt auch noch genau auf der goldführenden Ader. Somit nahmen wir nur paar Proben mit im Rucksack da nun Wolken aufzogen und es bekann zu regnen.


Die erste Nacht war für mich nicht mal so schlimm wie befürchtet, durch die Anstrenung lag ich regelrecht im Koma. LOL. Dafür hatte Jürgen eine nicht so schöne Nacht da er nicht richtig einschlafen konnte, schade.

Samstag war Tag der großen Wanderung, am Vormittag besuchten wir zwei bekannte Primärvorkommen die aber schon sehr mitgenommen aussahen. Wir suchten im Umfeld nach Bruchstücken die eventuell Gold enthielten und so war es auch. Paar Meter neben dem Quarzband fanden wir einige Stücke die tatsächlich goldig glänzten. So macht das echt Spaß auf dem Berg!
Ab Mittag machten wir uns dann auf den Weg Querfeldein um eine kleine Stell am Berg zu finden die nur 25cm breit ist und nur paar Meter lang sein soll. Dazu mussten wir durch sehr unwegsahmes Gelände das aus riesigen Gesteinsbrocken (#Blockschtuttparty) bestand, wo jeder Schritt dein letzter sein konnte, da es entweder neben den Steinen Löcher gab wo man keinen Boden sah oder weil einige der Brocken trotz ihrer Größe wackelten wie ein Kartenhaus. Aber das macht so ein Abenteuer aus und auch nur dort fühlte ich mich Frei! Nach gut 4 Stunden sind wir endlich an der erhofften Stelle angekommen. Doch auf den Bildern von Google sah das Gebiet irgendwie kleiner aus. Vor uns Lagen mehrere Fussballfelder Stutt wo sich die kleine Stelle verstecken konnte. Mist! Jürgen machte erst mal Pause. Und wie er so auf den Boden bei seinen Füßen sah findet er einen kleinen Rauchquarz der heraus ragte, also nichts mit Pause sonder Klufft aufmachen war angesagt! Ich zog derweil weiter um unsere Schicht zu finden, aber nach einer Weile machte es keinen Sinn mehr weiter zu suchen da das Gelände immer gefährlicher wurde und sich am Horizont schon schwarze Wolken abzeichneten. Am Rückweg machte ich noch einen spektukäleren Fund, nämlich einen 5€ Schein. Made my day! Der Berg nimmt und der Berg gibt, hahaha. Insgesamt spulten wir an diesem Tag 19km auf dem Berg herunter und das im umwegsahmsten Gelände. Dementsprechend K.O. waren wir am Abend. Die aufziehenden Wolken hatte zum Glück der Wind verblasen und somit hatten wir auch eine trockerne Nacht. Diesmal hatte Jürgen den besseren Schlaf und ich war dementsprechend am Sonntag geschlaucht.

Sonntag trafen wir dann beim Abstieg einige Mineraliensucher im alter 50-65+. Echt krass was die alten Herrn drauf haben und auch Wissen!
Wir traschten einige Zeit mit ihnen und so kamen wir auch an neue Tipps und Tricks. So läuft es am Berg wenn er nicht von Touristen überlaufen wird, jeder respektiert den anderen und man hilft sich wo man kann.
Am liebsten hätten wir unsere Mädels nachgeholt und wären gleich länger oben geblieben, aber wie es so oft ist wenn etwas Spaß macht ist die Zeit viel zu schnell vorbei.
Neben der Erfahrung was wir gesammelt haben sind auch noch paar netten Beifunde mit im Rucksack runter gewandert. Mit dabei ist Pyrit, Hämatit, Rutil, Bleiglanz, Bergkristalle und Gold, richtiges Primärgold! Auch wenn noch nicht alle Funde gereinigt und ausgewertet sind, denn das wird eine Arbeit für den Winter habe ich hier schon einige schöne Bilder für euch gemacht.
Hoffentlich konne ich euch unsere Eindrücke vom Berg ein wenig vermitteln, ansonsten euch allen noch einen schönen Tag und immer Gut Fund!

Schöne Grüße, die Big Sluice Mine

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