Goldprospektion 30. November 2018

Servus Freunde der Prospektion und des gepflegten Goldwaschens.
Ich entschuldige mich gleich mal, da der Bericht etwas Überlänge hat.
Die KW 44 habe ich mir mit Jürgen frei genommen um heuer noch mal gemeinsam ans Wasser zu kommen.

Patrick musste leider in die Therme fahren – der Ärmste!

Sonntag Mittags ging es los, leider sind die schönen goldführenden Bäche alle so weit weg von mir, daher kam ich an als es schon dämmerte. Ungeachtet der Dämmerung, schnell mal das Equipment zum Bach transportiert und die Rinne gesetzt – los geht´s! Jürgen rief dann kurz an das er gleich bei der Pension sei, aber nach dem er mit bekommen hatte das ich ernsthaft am Bach in der Finsternis stehe mit Flutlicht, während es schüttete wollte er sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und kurz darauf stand er schon mit der Schaufel in der Hand neben mir.

Nachtschicht Schaufeln

Wir werkten bis die ersten Flitter im Trichter zu sehen waren, somit war das erste Tagesziel erreicht. Angekommen und Gold gefunden – so lobt man sich das.

Montag gingen wir mal bis mittags den Bach ab und prospektierten ihn systematisch ab. Yes, der hat wirklich auf der ganzen Länge Gold! Wir entschieden uns dennoch da weiter zu machen wo wir am Vortag auf gehört hatten um den Bach mit System von unten nach oben durch zu waschen. Man will ja nicht seinen Abraum nochmals Schaufeln.
#noMarmalads
Um sich vor dem strömenden Regen zu schützen montierten wir eine Plane mit 5*3m über unseren Köpfen. Somit bleiben wir zumindest von oben her trocken.

Unter uns stieg der Wasserstand unaufhaltsam, aber es war noch nicht tragisch. Nach dem die ganze Infrastruktur recht gemütlich mit kleinsten Wegen eingerichtet war konnte die Produktion losgehen. Normalerweise wären 3 Mann/Frau die ideale Besetzung bei so einer Baustelle, aber wir machten uns auch zu zweit ein schönes Arbeitsrad damit jeder gleich ausgelastet wurde. Der eine schaufelt, der zweite siebt und füttert die Rinne. So kamen wir recht zügig durch den Schotter und schnell kamen einige Flitter im Trichter zusammen. Leider war es durch die Zeitumstellung noch früher finster, also Licht an und weiter geht’s.

Sicherheitshalber hatten wir auch noch in der Pension Bescheid gesagt das wir später kommen und wir noch eine ordentliche Jause benötigen.

Dienstag gleich wieder in der Früh an die Baustelle und weiter geht’s – haha denkst du! Es regnete seit Sonntag durch, doch in der Nacht auf Dienstag legte der Regen noch mal ordentlich zu. Somit wurde aus unserem kleinen Bächlein das normal gerade so viel Wasser hatte für die Rinne, zu einem reißendem Bach! Unser Damm den wir zum Bremsen der Strömung ein paar Meter oberhalb unserer Stelle gebaut hatten wird mittlerweile komplett überspült und die Strömung war im Loch schon so stark das man sich kaum noch Material auf der Schaufel halten konnte. Jürgen setze abseits der starken Strömung die Rinne und ich verstärkte den Damm soweit es ging. Aufgeben war keine Option für uns, vor allem weil wir am Vorabend ans Grundgestein gekommen sind und ab da an wurden die Flitter größer und dicker. Bis mittags kratzten wir dann am Grundgestein mit der Schaufel alles so gut es ging zusammen. Leider stieg das Wasser dann schlagartig an so dass wir aufhören mussten. Man konnte nicht mehr sicher arbeiten und der Damm bewegte sich immer mehr auf uns zu und wenn sich mal solche Brocken bewegen sollte man wissen wenn es gut ist und keinen Sinn mehr macht! Wir wuschen schnell mal das Konzentrat aus und zu unserer Überraschung waren da schon schöne Brummer drinnen, die man so gar nicht in der Rinne sah, dank der braunen Suppe die durchlief.

Man will sich dann gar nicht vorstellen was da alles noch unten am Grundgestein liegt. Uns war zum Heulen…

Egal wir machen immer das Beste draus! Daher fuhren wir viele, wirklich viele Bäche ab und machten eine Schnellprospektion.

Auf der Karte strategische Punkte raus gesucht-> hin gefahren-> paar Pfanne gewaschen-> Gold und die Zusammensetzung der Konzentrats notiert-> nächster Bach! So düsten wir den ganzen Nachmittag durch die Gegend und verschafften uns einen genauen Überblick über die Ausrichtung des Gletscherstromes und die Einflüsse der Lokalvereisungen auf dessen Fließrichtung. Dies ganze gab uns ein besseres Verständnis dafür was sich hier in der letzten Eiszeit und speziell zum Ende hin abspielte.

So fleißig hatten wir eine Belohnung verdient und wir kehrten zu einem Wirten ein, auf ein, zwei oder doch viele Biere… Leider bleib es nicht bei dem einen und wir landeten mit den Einheimischen auf einem Tisch. Der Wirt selber suchte auch Mineralien und so war schnell ein gemeinsames Thema gefunden. Und da wir so nette Buschen sind durften wir uns durch seine selbst gebrannten Schnäpse kosten, ob wir wollten oder nicht war egal, da muss man durch! Ab da werden die Erinnerungen nur mehr wage.

Mittwoch in der Früh dachte ich, mir geht es dreckig, aber als Jürgen munter wurde wollte er sich sein Abendessen noch mal genauer betrachten und teilte dies mit dem WC! Haha sowas baut auf. Nach einem kleinen Frühstück mussten wir raus an die frische Luft. Also Gummistiefeln, Schaufel und Pfanne geschnappt und den letzten Bach auf unserer Agenda prospektiert. Als das erledigt war trennten sich unsere Wege, Jürgen musste nach Hause zum Holz machen.

Somit war für mich aber noch nicht Schluss sondern es ging weiter, in eine andere Ecke Österreichs. Am Weg dorthin wurde noch ein kleiner Bach besucht der mich schon länger beschäftigt und gleich in der zweiten Pfanne war ein Flitter drin. Noch paar weiter Pfannen gewaschen um das Ganze zu bestätigen und dann ging es schon weiter. Am Nachmittag bekam ich eine Sonderführung in einem Privatmuseum das sehr aufschlussreich war – natürlich über die Goldgewinnung der längst vergangenen Tage. Was die für Teile früher gefunden hatten ist echt krass. Anbei hier noch mal ein großes Dankeschön an die Person die mir das ermöglicht hat!

Donnerstag war wieder Regen am Programm und schön langsam merke ich die körperlichen Strapazen, somit war ich nicht mehr allzu motiviert. Dennoch begab ich mich mit meiner Ausrüstung auf eine Wanderung, nach einer Stunde endlich an dem Bach angekommen und wo ich hin wollte sah ich nur Wasser, viel Wasser – nein sehr viel Wasser. Scheiße! Ihr könnt euch nicht vorstellen was für eine Fresse ich gezogen hatte als ich das sah. Aber ich schleppe nicht eine Stunde mein Klump durch den Busch ohne einen Krümel Gold! Nach mehreren gescheiterten Versuchen den Bach zu furten da die Strömung viel zu stark war, fand ich endlich eine Stelle wo drei Bäume umgestürzt waren und diese nützte ich als provisorische Brücke.

Sicher ist was anderes, aber wo ein Wille da ein Weg. Auf der anderen Seite suchte ich eine Stelle wo ich sah das hier wenig Schotter liegt um diesen zu waschen. Leider war das auch nicht ganz erfüllend weil die Strömung kaum was auf dem Schaufelblatt liegen ließ. Somit zog ich nach zwei Stunden mit ein paar kleinen Flittern und noch schlechterer Laune wieder ab. Ich fuhr nur mehr in mein Pension und das war es dann leider.

Freitag wollte ich eigentlich in der Früh gleich nach Hause fahren, aber da ich am Vortag so früh im Bett war, war ich wieder recht fit und motiviert. Als dann auch noch der Regen aufhörte und sich kurz die Sonne zeigte, wusste ich, das dies ist ein Zeichen ist. Kurzerhand einen anderen Bach raus gesucht der auch am Heimweg lag und hingefahren.

Unten am Bach angekommen hatte der doch glatt einen normalen Wasserstand. Geil! Gummistiefeln angezogen, Pfanne und Schaufel geschnappt und los geht´s. Die ersten Pfannen sahen schon mal gut aus von den Schwermineralien her, das Gold fehlte aber noch. Ein wenig den Bach weitergegangen sah ich in mitten des Bachbetts einen Stein, der wie ein Riffel geformt war und hinter diesem sah man schon den Black Sand tanzen. In der ersten Pfanne lachten gleich mal 4 größere Flitter. So muss das sein! Insgesamt kamen an der Stelle ca. 20 Stück zusammen. Leider musste ich mich danach aber wirklich auf den Heimweg machen und ich nahm noch paar Proben am Rückweg in denen sich meistens ein Flitter versteckte. Cooler Bach also. Mit so einen positiven Abschluss am letzten Tag fuhr es sich erschöpft aber glücklich nach Hause.
Alles im Ganzen war es ein sehr anstrengender aber auch lehrreicher Trip durch die Österreichischen Alpen. Als Draufgabe konnten wir wieder mal sehr schöne und individuelle Stücke Gold bergen, wie ihr Anhand der Bilder sehen könnt.

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